Das von Karl Friedrich Schinkel auf der Museumsinsel im klassizisti- schen Stil erbaute frühere Königliche Museum heißt heute das Alte Museum . Es wurde zum Höhepunkt von Schinkels Schaffen und steht auch deshalb heute unter Denkmalsschutz. Die UNESCO hat 1999 die Museuminsel mit Ihren Museen in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Friedrich Wilhelm III. hatte Schinkel dazu beauftragt, weil er das Humboldt’sche Bildungsideal teilte und ein Museum für die Kunstsammlungen des Königs brauchte. Erst unter Friedrich Wilhelm IV. wurde ein Erlass erteilt, eine Stätte für Wissenschaft und Kunst auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel zu schaffen. Heute beherbergt das Alte Museum die Antikensammlung, also auch bis 2009 die Schätze des Ägyptischen Museums.
Nach der Vorlage des Pantheons in Rom sollte die Kunsthalle mit der Rotunde (Rundsaal ) die sakralen Größen widerspiegeln. Das Gebäude hat eine Länge von siebenundachtzig Metern und misst fünfundfünfzig Meter in der Breite. Wie auf dem Bild zu sehen ist der Bau kubisch und hat eine Vorhalle die nach vorn von achtzehn ionischen Säulen abgeschlossen ist. Über jeder dieser Säulen thront ein Adler. Auf dem oberen Teil findet der Besucher die Inschrift:
FRIDERICVS GVILHELMVS III. STVDIO ANTIQVITATIS OMNIGENAE ET ARTIVM LIBERALIVM MVSEVM
Auf Deutsch: Friedrich Wilhelm III. hat zum Studium der Altertümer jeder Art sowie der freien Künste 1828 dieses Museum gestiftet.
Auf der linken Seite des Daches befindet sich ein Reiter, der von seinem sich aufbäumende Pferd mit einer Lanze den vor ihm befindlichen Löwen mit durchsticht. Rechts sieht man eine kämpfende Amazone, die sich gegen einen angreifenden Panther wehrt.