Berlin - Hauptstadt Deutschlands

Gebäude der deutschen Hauptstadt Berlin
und ihre Geschichte

Der Rückbau des Palastes der Republik
Stand Ende Oktober 2008


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Der Palast der Republik befand sich gegenüber dem Dom und gegenüber dem Lustgarten nicht allzu weit entfernt vom Roten Rathaus, dem Sitz des Berliner Senats und unweit vom ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR. Er lag auf der Straße Unter den Linden und hatte die Form eines Quaders mit den Maßen 180 x 85 m. Er wurde wegen seiner Asbestverschmutzung zum Abriss frei gegeben. Es gibt Meinungen, die da sagen, dass die ungefilterten Rußpartikel eine schädlichere karzinogene Wirkung haben als die gemessenen Werte für den Austritt der Asbestteilchen im Palast der Republik. Darüber kann man natürlich trefflich streiten. Insofern kann ich auch den Verein verstehen, der sich vergeblich für den Erhalt von "Erichs Lampenladen" eingesetzt. Trotzdem ist es ein Bau von unübertroffener Hässlichkeit. In Anbetracht der Herrlichkeit des gegenüberstehenden Doms kann man wohl auf das Verschwinden der DDR verzichten. Nach dem Leitspruch, dass das Beständigste im Leben die Veränderung ist, lässt sich auch die Planung des Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses akzeptieren. Nach einer Bauzeit von ca. 2,5 Jahren wurde der Palast der Republik am 23. April 1976 mit sozialistischem Pomp eröffnet.
Der Chefarchitekt war Heinz Graffunder. Obwohl Spritzasbest in der DDR zu dieser Zeit längstens verboten war, wurden etwa fünftausend Tonnen als Hitzeschutz auf die Stahlkonstruktion aufgetragen. Das Gebäude wurde auf dem Gelände errichtet, auf dem das Berliner Stadtschloss stand, das während des 2. Weltkrieges völlig zerstört wurde und die DDR-Führung dieses "preußisch, militaristische Symbol" nicht mehr rekonstruieren wollte. Nach dem Abriss wurde der Platz über Jahrzehnte als Aufmarschplatz für sozialistische Demonstrationen und Feste genutzt.

Wer hätte treffendere Zitate von Hans Eichel finden können, als der Berliner Kurier?

Eichel rechnet mit dem Palast-Abriss ab:
Zitat: "Man kann ja entscheiden, wie man will: Aber der Palast der Republik hätte als Veranstaltungsort weiter genutzt werden können."
Zitat: " Es gibt dringendere Dinge als Palast -Abriss und Schloss-Wieder-aufbau. Das Geld sollte in Zukunftsbereiche investiert werden - wie für Kinderbetreuung und für Schulen".
Zitat: "Ich war schon als Minister skeptisch gegenüber dem Wiederaufbau der Fassade des Berliner Schlosses. Der ist nicht vertretbar, weil er nicht finanzierbar ist.
Zitate vom Ex-Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD)".

Oder wie formulierte der Bundestagspräsident Norbert Lammert 2005 in einem Interview in der Berliner Zeitung: "In Deutschland krachen die Sozialsysteme, die Maastricht-Kriterien werden gebrochen, die Bildungssysteme müssen umstrukturiert werden - in so einer Situation setzt das Land Zeichen mit einer nostalgischen Fassade für 900 Millionen Euro.....Die Debatte muss sich mit Varianten auseinander setzen."

Im Mai 2013 war es dann soweit: Bundespräsident Joachim Gauck als Schirmherr des Schlossprojekts haut mit symbolischen Hammerschlägen auf den Grundstein und startet damit den Wiederaufbau des Stadtschlosses als Humbold-Forum. Bis zum Jahr 2019 soll Deutschlands bedeutendstes Kulturvorhaben entstehen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will hier ihre außereuropäischen Sammlungen präsentieren. Lassen wir uns überraschen, welche Wege künftige Nutzer
dabei einschlagen wollen und werden. Fest dürfte stehen, dass der Wiederaufbau des Stadtschlosses der Hohenzollern, dessen Entwicklung vom Stadtschloss Verein e.V. auf dessen Webseiten sehr ausführlich beschrieben wird, ohne Spenden aus der Bevölkerung noch auf wackligen finanziellen Füßen steht.